Die doppelte Widerspruchslösung.

9400 Menschen warten auf eine Organspende

Eine Organtransplantation ist für viele schwerkranke Menschen die einzige Chance zu überleben.

Doch trotz aller bisheriger Bemühungen warten viele Kranke vergeblich. 9400 Menschen standen im letzten Jahr in Deutschland auf einer Warteliste. Es gab nur 955 Spender. Viele Menschen sterben deshalb.

Jeder Mensch sollte sich zumindest einmal im Leben mit dem Thema Organspende auseinandersetzen.

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Jeder Mensch sollte sich zumindest ein Mal im Leben mit dem Thema Organspende auseinandersetzen.
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Bisherige Maßnahmen nicht ausreichend

Umfragen zeigen: bis zu 80 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, Organe zu spenden. Einen Organspendeausweis besitzen immerhin 36 Prozent der Deutschen. Und dennoch ist die Zahl der tatsächlichen Spenden so niedrig.

Das zeigt: Unsere bisherigen Versuche, die Zahl der Organspenden zu erhöhen, haben nicht zum Ziel geführt. Deshalb müssen wir handeln.

Bei einem so wichtigen und sensiblen Thema geht es nicht um Parteipolitik. Gemeinsam mit anderen Abgeordneten verschiedener Parteien habe ich einen parteiübergreifenden Gesetzentwurf zur sogenannten „doppelten Widerspruchslösung“ vorgelegt. Nach einer ausführlichen gesellschaftlichen Debatte wird der Deutsche Bundestag darüber entscheiden.

Die Kernidee der doppelten Widerspruchslösung ist, dass alle Deutschen einmal entschieden sollen, ob sie spenden möchten oder nicht. Es soll selbstverständlich werden, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen. Wichtig ist dabei: niemand muss seine Entscheidung begründen. Die Bürgerinnen und Bürger behalten zu jeder Zeit die volle Kontrolle über diese sehr persönliche Entscheidung.

 

Kein Zwang zur Organspende

Es wird niemals einen Zwang zur Organspende geben. Wir wollen aber den Entscheidungsprozess umdrehen. Heute muss sich jemand aktiv dafür entscheiden, dass sie oder er spenden will. Künftig wollen wir davon ausgehen, dass alle volljährigen Bürgerinnen und Bürger spenden möchten - es sei denn, sie haben widersprochen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wird jede Bürgerin und jeden Bürger drei Mal über die neue Regelung informieren. Nur wer nicht widerspricht, ist möglicher Organspender. Aber natürlich kann man jederzeit seine Entscheidung ohne Angaben von Gründen ändern.

Um sicherzustellen, dass eine Organspende wirklich im Sinne eines des möglichen Spenders ist, hat der Arzt oder die Ärztin in den Fällen, in denen kein Widerspruch vorliegt, den nächsten Angehörigen zu befragen. Wissen diese nichts von einem Widerspruch oder von einer der Organspende entgegenstehenden Äußerung, gilt man als Organspender.

Ich bin überzeugt: mit dieser doppelten Widerspruchslösung schützen wir die Selbstbestimmung der Menschen und können gleichzeitig die Zahl der lebensrettenden Spenden deutlich erhöhen.

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Hier geht's zum Gesetzentwurf!